So berechnest du die Reichweite deines Mofas
Wie weit kommst du mit deinem Töffli, bevor der Sprit ausgeht? Spätestens auf deiner nächsten Mofatour solltest du das genau wissen. Denn leider ist nicht immer eine Tankstelle mit 2-Takt-Gemisch in Reichweite. Kennst du den Verbrauch und den Tankinhalt deines Hödis, kannst du die Reichweite deines Mofas realistisch abschätzen und deine Tankstopps entsprechend planen. Wir stellen dir vor, wie du beim Ermitteln der Reichweite vorgehst und planst, wie weit du auf deiner Tour mit einer Tankfüllung kommst. Also: Wüsse, wo de nächscht Tankstopp wartet – und los!
Wie weit kommst du mit einer Tankfüllung?
Schau zuerst in die Fahrzeugpapiere oder die Betriebsanleitung deines Hödis. Dort kannst du nachschauen, wie viel 2-Takt-Gemisch der Tank fasst. Bei manchen Mofas ist zusätzlich ein Verbrauchswert angegeben. Zum Beispiel fasst ein Puch Maxi Mofa rund 3,2 Liter, ein Pony GTX 521 Töffli etwa 4,0 Liter und ein Pony Cross Beta 521 Mofa ungefähr 4,8 Liter.
Aber erst wenn du zusätzlich den Verbrauch kennst, kannst du aus dem Tankinhalt die Reichweite deines Mofas berechnen. Bei einem Puch Maxi Mofa liegt der Verbrauch laut Herstellerangabe beispielsweise bei rund 1,6 Litern auf 100 Kilometer. Mit 3,2 Litern Kraftstoff ergibt das rechnerisch eine Reichweite von ungefähr 200 Kilometern.
Mit einem Verbrauchswert aus den Herstellerangaben kannst du die Reichweite deines Mofas bereits überschlagen. Genauer wird die Rechnung, wenn du zusätzlich misst, wie viel dein Töffli tatsächlich verbraucht. Die Herstellerangabe bezieht sich auf ein serienmässiges Fahrzeug und die damaligen Messvorgaben. Ausserdem kann sich der Verbrauch auch dann verändern, wenn du mit dem originalen Setup unterwegs bist. Längere Steigungen, Gepäck und deine Fahrweise beeinflussen, wie viel Sprit dein Hödi auf 100 Kilometer braucht. Den tatsächlichen Verbrauch deines Töfflis kannst du selbst ermitteln – wie das geht, schauen wir uns als Nächstes an.
So ermittelst du den Verbrauch deines Töfflis
Tank dein Töffli voll und notiere den Kilometerstand am Mofa-Tacho. Danach fährst du eine längere Strecke, möglichst überwiegend in der Ebene, mit deiner üblichen Beladung und in einem gleichmässigen Reisetempo. Vermeide für diese erste Messung eine Passfahrt, ungewöhnlich viel Gepäck oder eine Strecke mit ständigem Anfahren und langen Vollgaspassagen. So erhältst du einen Verbrauchswert, den du später sinnvoll mit anderen Fahrten vergleichen kannst.

Beim nächsten Volltanken liest du an der Zapfsäule ab, wie viele Liter du nachgefüllt hast, und notierst erneut den Kilometerstand. Die Differenz der beiden Kilometerstände ergibt die gefahrene Distanz. Zusammen mit der nachgefüllten Kraftstoffmenge kannst du daraus den Verbrauch auf 100 Kilometer berechnen.
Bist du beispielsweise 150 Kilometer gefahren und tankst anschliessend 2,7 Liter nach, rechnest du:
2,7 Liter ÷ 150 Kilometer × 100 = 1,8 l/100 km
Damit liegt der Verbrauch deines Töfflis auf dieser Fahrt bei durchschnittlich 1,8 Litern auf 100 Kilometer.
Möchtest du deinen Verbrauch noch genauer einschätzen, wiederholst du die Rechnung nach weiteren längeren Fahrten unter ähnlichen Voraussetzungen. So erkennst du, in welchem Bereich sich der Kraftstoffbedarf deines Töfflis normalerweise bewegt. Für eine Bergtour mit Gepäck kann dieser Wert später bewusst noch einmal unter passenderen Voraussetzungen geprüft werden. Je besser du diesen Verbrauch kennst, desto verlässlicher kannst du anschliessend die Reichweite deines Mofas abschätzen.
So berechnest du die maximale Reichweite deines Mofas
Hast du den Verbrauch deines Töfflis ermittelt, brauchst du für die Reichweitenberechnung noch den Tankinhalt. Braucht dein Hödi beispielsweise 1,8 Liter auf 100 Kilometer und fasst der Tank 3,2 Liter, ergibt sich:
3,2 Liter ÷ 1,8 Liter × 100 = rund 178 Kilometer
Mit einer Tankfüllung wären bei diesem Verbrauch rechnerisch also etwa 178 Kilometer möglich.
Bei Hödis mit Reservestellung am Benzinhahn musst du die Tankangabe richtig lesen. Gibt der Hersteller beispielsweise 3,2 Liter Gesamtinhalt inklusive Reserve an, rechnest du für die Reichweite mit diesen 3,2 Litern. Die Kraftstoffmenge, die du über die Reservestellung erreichst, ist darin bereits enthalten und kommt nicht zusätzlich dazu.
Achtung bei der Tourplanung: Steigungen und Gepäck mit einrechnen
Hast du den Verbrauch überwiegend auf ebenen Strecken und mit wenig Gepäck ermittelt, kann er auf einer Tour durch die Berge höher ausfallen. An längeren Steigungen muss der Motor über längere Zeit mehr Leistung abgeben. Du fährst dabei meist mit weiter geöffnetem Gas, während du für dieselbe Anzahl Kilometer mehr Kraftstoff brauchst als auf einer gleichmässigen Fahrt im Flachland.
Mit Reisegepäck steigt die Belastung zusätzlich. Vor allem beim Anfahren und bergauf muss dein Töffli mehr Masse beschleunigen und bewegen. Auch kräftiger Gegenwind oder häufiges Abbremsen und erneutes Anfahren können den Verbrauch erhöhen. Eine längere Tour ist deshalb nicht automatisch durstiger: Auf einer flachen Strecke mit gleichmässigem Tempo kann dein Hödi weniger verbrauchen als auf einer kürzeren Fahrt mit vielen Steigungen und Stopps.
Planst du mehrere Pässe und bist mit vollgepackten Saccochen unterwegs, kannst du den Verbrauch vorher unter ähnlichen Voraussetzungen nochmals ermitteln. Fahr dafür eine längere Runde mit vergleichbarer Beladung und mehreren Steigungen und rechne nach dem Volltanken erneut aus, wie viele Liter dein Töffli auf 100 Kilometer gebraucht hat. Mit dem so ermittelten Verbrauch kannst du die Reichweite deines Mofas für die geplante Tour deutlich realistischer einschätzen, ohne einen pauschalen Zuschlag für Berge oder Gepäck anzunehmen.
Wie du deine Route planst und dich auf Höhenprofil, Etappen und längere Steigungen vorbereitest, findest du ausführlicher in unserem Ratgeber zur Planung deiner Mofatour.
Wo kannst du unterwegs wieder tanken?
Markiere dir bei der Routenplanung die Tankstellen, die du unterwegs nutzen kannst, und vergleiche ihre Abstände mit der Reichweite deines Töfflis. Da nicht jede Tankstelle 2-Takt-Gemisch anbietet, solltest du das vor deiner Tour prüfen. Findest du im Tankstellenfinder oder im Internet dazu vorab keine verlässliche Angabe, rufst du am besten kurz bei der Tankstelle an. Gibt es dort kein 2-Takt-Gemisch, nimmst du entweder das passende Zweitaktöl zum Selbermischen oder bereits fertig gemischten Kraftstoff im Kanister mit.

Wie du das richtige Mischungsverhältnis bestimmst und die benötigte Ölmenge berechnest, erklären wir im Ratgeber 2-Takt-Benzin selber mischen.
Liegt die nächste Tankmöglichkeit ausserhalb der Reichweite deines Mofas, musst du die Versorgungslücke schon vor der Abfahrt lösen. Du kannst einen früheren Tankstopp wählen, die Route ändern oder zusätzlichen Kraftstoff für die fehlende Strecke mitnehmen.
Kanister als Reserve: Wenn die Reichweite nicht reicht
Liegt zwischen zwei Tankmöglichkeiten mehr Strecke, als du mit einer Tankfüllung schaffst, kannst du die Lücke mit zusätzlichem Kraftstoff im Kanister überbrücken.
Ob der Kanister für die fehlende Strecke reicht, kannst du mit deinem Verbrauch abschätzen. Liegt die nächste Tankstelle beispielsweise 35 Kilometer ausserhalb der Reichweite einer Tankfüllung und braucht dein Hödi auf dieser Tour etwa 2,0 Liter auf 100 Kilometer, benötigst du für diese Distanz rechnerisch rund 0,7 Liter Kraftstoff.
Hast du einen Liter zusätzlich dabei, reicht der Inhalt in diesem Beispiel für diese Lücke und lässt noch etwas Spielraum. Ist die Lücke grösser als das, was du mit Tank und Kanister abdecken kannst, brauchst du einen früheren Tankstopp oder eine andere Route.
Den zusätzlichen Kraftstoff transportierst du in einem dafür geeigneten, dicht verschlossenen Behälter und befestigst ihn sicher am Töffli. Was neben Sprit und Zweitaktöl sonst mit auf Tour gehört, findest du in unserer Packliste für deinen Mofa-Roadtrip.
So reduzierst du den Verbrauch auf deiner Tour
Auf längeren Strecken kannst du mit einer ruhigen, gleichmässigen Fahrweise Kraftstoff sparen. So schöpfst du die mögliche Reichweite einer Tankfüllung besser aus, ohne an der Tour selbst etwas ändern zu müssen. Beschleunige deine Perle zügig, aber nicht unnötig aggressiv, und halte danach ein möglichst konstantes Reisetempo. Hat dein Töffli seine Geschwindigkeit erreicht, nimmst du den Gasgriff etwas zurück, solange der Hödi das Tempo hält. Gerade nahe der Höchstgeschwindigkeit bringt dauerhaftes Vollgas oft kaum noch zusätzliche Geschwindigkeit, der Verbrauch kann dabei aber weiter steigen.
Auch unnötiger Rollwiderstand kostet Sprit. Kontrolliere vor der Abfahrt deshalb den Druck deiner Mofareifen und prüfe, ob beide Räder frei drehen. Mit zu wenig Luft in den Reifen muss der Motor stärker gegen den Rollwiderstand arbeiten. Schleift eine Bremse, bremst sie dein Töffli dagegen permanent ein – Energie, die der Motor zusätzlich aufbringen muss.
Auf der Tour selbst hilft vor allem vorausschauendes Fahren. Wenn du vor Kurven, Kreuzungen oder Ortsdurchfahrten rechtzeitig vom Gas gehst, musst du weniger stark abbremsen und danach nicht jedes Mal wieder voll beschleunigen. So bleibt deine Perle gleichmässiger in Fahrt und braucht auf der Strecke weniger Kraftstoff.
Mit voller Planung statt leerem Tank
Kennst du Verbrauch, Tankinhalt und damit die Reichweite deines Mofas, weisst du vor einer längeren Ausfahrt ziemlich genau, wann wieder Sprit fällig wird. So kannst du auch die Reichweite auf einer Bergtour mit Gepäck realistischer einschätzen und deine Tankstopps so legen, dass du nicht bis zum letzten Tropfen fahren musst. Fehlt unterwegs eine passende Tankmöglichkeit, weisst du ebenfalls schon vorher, ob ein Kanister die Lücke überbrückt. So bleibt unterwegs mehr Kopf für die Strecke – und weniger für die Frage, ob deine Perle noch bis zur nächsten Zapfsäule kommt.







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