Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger
Kennst du das? Du gibst Gas – und dein Hobel klingt auf einmal blechern, irgendwie nach „nicht ganz dicht“. Der Auspuff knattert lauter als sonst, beim Fahren riecht’s nach Zweitakt-Gemisch, und am Zylinderflansch siehst du schwarze Russstreifen. Dann weisst du: Die Auspuffdichtung hat ausgedient. Zum Glück ist das kein Drama. Mit etwas Geduld, ein paar Werkzeugen und dem richtigen Dichtungssatz läuft dein Töffli bald wieder ruhig, sauber und kräftig – wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie’s geht.
Was passiert, wenn’s am Flansch bläst
Wenn der Auspuff am Zylinder deines Puch Maxi Mofas nicht mehr sauber abdichtet, merkst du das schnell. Der Klang wird härter, der Motor zieht untenrum schlechter, und beim Abtouren „pröttelt“ er länger nach. Kein Wunder – am Flansch sitzt die Verbindung zwischen Zylinder-Auslass und Krümmer, und dort läuft beim Zweitakter alles zusammen, was an Gasbewegung zählt. Ist die Auspuffdichtung durch, entweichen Abgase genau in dem Moment, in dem der Rückstoss aus dem Auspuff deines Puch Maxi Mofas eigentlich das Frischgas im Zylinder halten sollte. Die Folge: schwächere Spülung, weniger Drehmoment, lauter Klang und ein unrunder Lauf.
Das heisst nicht, dass gleich alles im Eimer ist – aber du verschenkst Leistung und riskierst, dass sich der Flansch oder die Stehbolzen einseitig abnutzen. Spätestens dann lohnt es sich, die Dichtung am Auspuff zu wechseln, bevor aus einer Kleinigkeit ein grösseres Problem wird. Wie du sicher herausfindest, ob wirklich die Dichtung und nichts anderes dahintersteckt, klären wir im nächsten Schritt.
Woran du erkennst, dass wirklich die Auspuffdichtung undicht ist?
Ein lauterer Auspuff an deinem Peugeot Mofa kann viele Ursachen haben – darum lohnt sich ein kurzer Check, bevor du gleich den ganzen Topf abschraubst. Schau zuerst an den Zylinderflansch: Wenn du dort frische, schwarze Russränder oder feuchte Ölflecken siehst, ist das fast immer ein Zeichen für eine undichte Auspuffdichtung. Auch ein leichtes „Pfeifen“ oder Zischen beim Gasgeben im Stand deutet darauf hin. Wird der Klang dagegen dumpfer oder klappert irgendwo weiter hinten, kann auch eine gebrochene Halterung, ein Riss im Krümmer oder eine lose Steckverbindung schuld sein. Ein einfacher Test hilft: Lass den Motor im Stand laufen, halte ein Stück Karton oder Papier kurz an den Flansch – flattert es im Takt, entweichen dort Abgase. Dann weisst du sicher, dass die Dichtung durch ist. Der Wechsel ist mit etwas Vorbereitung schnell erledigt. Wie du dabei vorgehst, stellen wir dir in der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung genauer vor.

Das brauchst du für den Wechsel
Bevor du die Dichtung am Auspuff wechseln kannst, sorg zuerst für Ordnung an deinem Arbeitsplatz. Stell dein Töffli auf einen festen, ebenen Untergrund oder auf den Montageständer. Wenn du gerade gefahren bist, lass Motor und Auspuff erst komplett abkühlen – sonst verbrennst du dir schneller die Finger, als dir lieb ist. Danach legst du dir alles bereit, was du brauchst:
Werkzeug & Material zum Wechseln der Auspuffdichtung am Mofa
- Maul- oder Ringschlüssel (meist 10–13 mm)
- Ratsche mit passenden Nüssen
- Schraubenzieher
- Messingdrahtbürste oder Schleifvlies
- Bremsenreiniger
- ein sauberes Tuch, um den Auslass später abzudecken
- neue Auspuffdichtung – passend zu deinem Modell (Zylinder/Anlage prüfen!)
- optional: Kupfermuttern und Federscheiben für den Flansch
- bei Bedarf etwas Hochtemperatur-Dichtpaste für die Steckverbindung – nicht für die Auslassdichtung selbst
Wenn du die Dichtung am Auspuff wechseln willst, tausch am besten gleich auch alte Muttern oder Schrauben mit aus. Viele sind vom Hitzestress angegriffen oder festgegammelt – da sparst du dir beim Zusammenbau einiges an Ärger.
Schritt für Schritt: So baust du den Auspuff ab
Wenn alles bereitliegt und der Motor abgekühlt ist, kannst du loslegen und die Dichtung am Auspuff wechseln. Gerade am Zylinderflansch kann’s etwas zäh werden: Dort treffen Hitze, Abgas und Feuchtigkeit direkt aufeinander. Die Stehbolzen glühen bei jedem Laufzyklus mit auf, das Gewinde setzt Korrosion an, und die Muttern brennen sich regelrecht fest. Deshalb ist an dieser Stelle ein ruhiger Griff gefragt – sonst drehst du schnell einen Bolzen ab, und dann wird’s mühsam.
Schritt 1: Halterungen und Verbindungen lösen
Je nach Töffli-Modell ist die Auspuffanlage unterschiedlich befestigt, zum Beispiel:
- Puch Maxi / Supermaxi: hinten meist mit einem Winkel oder einer Strebe am Rahmen fixiert, vorne über zwei Stehbolzen am Zylinderflansch. Bei manchen Nachrüst- oder Tuning-Anlagen kommt zusätzlich eine Schelle zwischen Krümmer und Mittelstück zum Einsatz.
- Pony GTX / Cross: ähnlich wie bei Puch Mofas, jedoch mit leicht anderer Flanschform und teilweise verschraubtem Hitzeschild – prüf kurz, wie’s bei deinem Hobel gelöst ist.
- Piaggio Ciao / Bravo / Si: Hier wird der Krümmer meist mit einer Federklemme oder einer Bügelverbindung am Auslass gehalten; kein klassischer Flansch, sondern ein Stecksystem mit Dichtung und Spannfedern.
- Peugeot 103: ebenfalls Stecksystem, aber mit konischer Passung und Feder- oder Schellenbefestigung – hier sitzt die Dichtung zwischen Konus und Rohr, nicht am Flansch.
Löse vor dem Wechseln zuerst die Halterungen oder Schellen am Rahmen, danach die Muttern bzw. die Krümmerverbindung am Zylinder. So entlastest du die Anlage und vermeidest Verspannungen.
Wenn die Muttern festsitzen, gib etwas Rostlöser auf die Gewinde und lass ihn kurz wirken. Setz den Schlüssel sauber an und vermeide verkantetes Ansetzen – abgerissene Stehbolzen sind eine der häufigsten Pannen bei dieser Arbeit. Löse zuerst die Halterungen oder Schellen am Rahmen, danach die Muttern oder Verbindungen am Zylinder.
Am Zylinderflansch können die Muttern festsitzen – dort treffen Hitze, Feuchtigkeit und Abgas direkt aufeinander. Die Stehbolzen glühen mit, setzen Rost an und brennen sich fest. Verwende etwas Rostlöser und lass ihn kurz einwirken, bevor du drehst. Setz den Schlüssel gerade an – abgerissene Bolzen sind der Klassiker beim Wechseln der Dichtung, den du vermeiden willst.

Schritt 2: Anlage abnehmen
Sind alle Befestigungen gelöst, zieh den Auspuff vorsichtig ab. Halte ihn mit einer Hand ab, damit er dir beim Wechseln nicht wegrutscht oder auf den Boden schlägt. Wenn die Dichtung festgebacken ist, bewege den Flansch leicht hin und her, bis sich die Verbindung löst – aber bitte nicht hebeln. Jetzt siehst du meist schon, wie’s um die alte Auslassdichtung steht: bröselig, hart oder verbrannt? Dann war sie definitiv fällig.
Schritt 3: Dichtflächen reinigen
Bevor du die neue Dichtung am Auspuff wechseln und einsetzen kannst, müssen die Flächen absolut sauber sein. Stopfe ein Tuch oder Papier in den Auslass, damit keine Partikel in den Zylinder fallen. Entferne Dichtungsreste und Ablagerungen mit Schleifvlies oder Messingdrahtbürste – keine Stahldrahtbürste, die frisst sich ins Alu. Anschliessend alles mit Bremsenreiniger entfetten, bis die Flächen glatt und metallisch sauber sind. Jede kleine Unebenheit oder Ölschicht kann nach dem Wechseln später wieder zu Undichtigkeiten führen.
Schritt 4: Neue Dichtung einsetzen und Anlage montieren
Jetzt geht’s an das Wechseln und den Zusammenbau. Die neue Dichtung am Auspuff liegt bereit, die Dichtflächen sind gereinigt – also kann sie eingesetzt werden. Achte darauf, dass die Flächen plan, fettfrei und sauber sind. Setze die Auspuffdichtung exakt auf, ohne sie zu verschieben oder zu verkanten.

Bei Flanschsystemen immer trocken montieren – Dichtpaste oder Silikon gehören dort nicht hin, sie können in den Auslass gelangen. Bei Steck- oder Konusverbindungen darfst du einen dünnen Film Kupferfett oder Hochtemperatur-Dichtpaste verwenden, damit sich alles gleichmässig setzt und sich später leichter lösen lässt. Führe den Krümmer gerade an den Zylinder, richte ihn aus und setze ihn sauber auf die Stehbolzen oder in die Steckpassung. Dann ziehst du die Muttern über Kreuz erst handfest und danach mit Gefühl fest.
Falls du einen Drehmomentschlüssel verwendest (Herstellerangaben haben Vorrang):
- M6-Muttern: 8–10 Nm
- M7-Muttern: 12–14 Nm
Zum Schluss befestigst du die Halterungen oder Streben wieder am Rahmen. Sie dürfen keine Spannung auf die Anlage bringen. Wenn nach dem Wechseln alles sauber sitzt, ist die neue Auspuffdichtung dicht – und dein Töffli bereit für die erste Testfahrt.

Schritt 5: Kontrolle und Nachziehen
Wenn die neue Dichtung am Auspuff deines Mofas gewechselt und montiert ist, kommt der wichtigste Moment: der erste Probelauf. Lass den Motor ein paar Minuten im Stand laufen, damit sich die Anlage einmal vollständig erwärmt. Durch die Hitze dehnen sich die Bauteile aus – die Auspuffdichtung setzt sich dabei leicht, besonders bei neuen Flanschverbindungen oder weichen Faser- und Graphitringen. Dadurch kann der Anpressdruck nach dem ersten Lauf etwas nachlassen.
Darum ist das Nachziehen nach dem Wechseln wichtig: Es gleicht dieses Setzen aus und sorgt dafür, dass der Krümmer dauerhaft dicht bleibt.
Warte aber, bis der Motor wieder komplett abgekühlt ist. Im warmen Zustand anzuziehen wäre kontraproduktiv – dann verzieht sich der Flansch oder die Dichtung wird überpresst. Zieh die Muttern am Zylinderflansch über Kreuz leicht nach, bis der Krümmer gleichmässig anliegt. Mehr als eine Viertelumdrehung pro Mutter brauchst du meist nicht. Bei Stecksystemen (z. B. Piaggio, Peugeot) genügt es, die Federn oder Schellen gleichmässig nachzuspannen, wenn sich ein minimales Spiel gebildet hat.
Zum Schluss kontrollierst du noch einmal alles:
- Sitzt die Anlage spannungsfrei?
- Sind Halterungen und Streben fest?
- Keine Russ- oder Ölspuren am Flansch?
Wenn der Klang wieder satt und ruhig ist und der Motor sauber zieht, hast du die Auspuffdichtung perfekt gewechselt – und dein Hobel läuft, wie er soll.

Häufige Fehler beim Dichtungswechsel – und wie du sie vermeidest
Auch wenn der Wechsel der Dichtung am Auspuff deines Mofas keine grosse Sache ist, gibt’s ein paar typische Stolperfallen, die dir Arbeit oder Ärger ersparen, wenn du sie kennst.
1. Alte Dichtung wiederverwenden
Klingt verlockend, spart aber nichts. Gebrauchte Dichtungen sind gequetscht, hart und oft uneben. Sie dichten nie mehr richtig ab – auch wenn sie „noch gut aussehen“, solltest du sie immer wechseln.
2. Falsches Dichtungsmaterial zum Wechseln
Kupfer, Graphit, Faser – jedes Material hat seinen Einsatzbereich. Eine zu harte Dichtung kann den Flansch verziehen, eine zu weiche brennt durch. Nimm immer das Material, das zur Anlage gehört.
3. Zu fest angezogene Muttern
Viele glauben: fest hilft viel. Stimmt nicht. Zu starkes Anziehen staucht die Auspuffdichtung ungleichmässig oder zieht den Flansch krumm. Folge: Undicht oder Riss am Zylinderstutzen. Lieber mit Gefühl oder Drehmomentschlüssel arbeiten.
4. Dichtpaste am falschen Ort
Bei Flanschdichtungen hat Dichtpaste nichts verloren – sie kann in den Auslass geraten, verbrennen und die Kanäle zusetzen. Nur bei Steck- oder Konussystemen ist ein Hauch erlaubt, damit sich die Verbindung sauber setzt.
5. Nicht nachgezogen nach dem ersten Lauf
Neue Auspuffdichtungen setzen sich beim ersten Erwärmen. Wer danach nicht prüft, riskiert, dass sie nach wenigen Kilometern wieder durchpfeift. Immer im kalten Zustand nachziehen.
6. Spannungen in der Anlage
Wenn Halterungen schief sitzen oder die Strebe unter Zug steht, arbeitet der Auspuff bei jeder Fahrt gegen die Dichtung. Das führt zu Mikrobewegungen und Undichtigkeiten. Immer alles spannungsfrei montieren.
Viel Erfolg beim Schrauben und Wechseln
Mit diesen Punkten im Hinterkopf hält deine Auspuffdichtung zuverlässig, der Klang bleibt satt, und dein Töffli zieht wieder, wie’s soll – ohne Fauchen, Pfeifen oder Russrand.
Also: Werkzeug raus, Lappen parat und ran an die Arbeit – du packst das! Und wenn dein Hobel danach wieder ruhig schnurrt, weisst du, warum’s sich lohnt, selber Hand anzulegen.








0 Kommentare