So baust du den Motor an deinem Puch-Maxi aus

30 Jan. 2026

Mit dieser Anleitung klappt’s

Rupfende E50-Kupplung, hart gewordene Simmerringe oder ein Nebenluftproblem, das nicht vom Vergaser oder der Ansaugmuffe kommt – das sind Situationen, in denen du den E50 Motor an deinem Puch Maxi Töffli in der Regel komplett ausbauen musst. Denn im eingebauten Zustand kannst du kaum am Kupplungspaket, an den Wellendichtringen oder an den Dichtflächen zwischen den Gehäusehälften arbeiten. Zum Glück ist der Ausbau kein Hexenwerk. Wie du beim Ausbau vorgehst und welches Werkzeug du dabei benötigst, stellen wir dir in unserem Artikel genauer vor. Mir mached das zäme – Schritt für Schritt, ganz entspannt.

Wann solltest du den E50 Motor an deinem Puch Maxi ausbauen

Nicht jedes komische Geräusch oder jeder Tropfen bedeutet sofort „Motor ausbauen“. Aber es gibt einige typische Situationen, in denen du am eingebauten E50 schlicht nicht weiterkommst – weil die Ursache im Inneren sitzt und von aussen kaum sauber erreichbar ist. Genau diese Fälle schauen wir uns jetzt an.

1. Wenn dein Puch Maxi Töffli Nebenluft zieht – und alles Offensichtliche schon geprüft ist

Nebenluft macht sich oft erst schleichend bemerkbar: unruhiger Leerlauf, schlechter Kaltstart, ein 2-Takter, der beim Gasgeben kurz zögert. Die üblichen Verdächtigen sind schnell kontrolliert: Mofa-Vergaser sitzt sauber, Ansaugmuffe dicht, Vergaserdüsen stimmen. Wenn das aber alles passt und der Motor trotzdem „hochzieht“, liegt die Ursache sehr häufig auf der Kurbelgehäuse-Seite:

  • der Wellendichtring hinter dem Polrad lässt Druck entweichen
  • die Dichtung zur Kupplungsseite ist gealtert
  • die Gehäusehälften sind nicht mehr perfekt dicht
  • der Zylinderfuss hat eine undichte Stelle

Diese Punkte kannst du am eingebauten E50 kaum prüfen. Wenn du den 2-Takter deines Puch Maxi Mofas aber ausbaust, kommst du der Ursache sicher leichter auf die Spur.

Réglage d'un allumage PUCH MAXI

2. Wenn die Kupplung nicht mehr sauber arbeitet – und du die Ursache nicht von aussen siehst

Bei Auffälligkeiten rund ums Anfahren oder bei Lastwechseln lohnt es sich, genau hinzuschauen. Viele Kleinigkeiten an der Fliehkraftkupplung kannst du im montierten Zustand schlicht nicht beurteilen:

  • ob der Mitnehmer eingelaufen ist
  • ob die Federn noch gleichmässig arbeiten
  • ob das Lager Spiel hat
  • ob die Beläge noch plan aufliegen

Solche Abweichungen siehst du nur, wenn der 2-Takter auf deinem Werkstatttisch liegt und du die Kupplung komplett freilegen kannst. Am eingebauten E50 kommst du nicht mit der nötigen Genauigkeit ran – und riskierst dabei mehr Schaden als Nutzen.

3. Wenn dein Töffli eine längere Standzeit hinter sich hat

Viele E50-Motoren, die jahrelang stillstanden, laufen zwar „irgendwie“, doch innen sieht es ganz anders aus:

  • Simmerringe werden hart und dichten nicht mehr richtig
  • altes Getriebeöl oder Mischöl riecht scharf und verliert seine Schmierwirkung
  • Kupplungsbauteile verharzen
  • die Zündung deines Puch Maxi Töfflis benötigt oft eine gründliche Reinigung

Das erkennst du oft erst, wenn du den 2-Takter ausbaust und das Aggregat sich drehen, kippen und öffnen lässt. Gerade bei Wiederbelebungen lohnt sich der Ausbau fast immer – du sparst dir später doppelte Arbeit und unnötige Fehlersuche.

Was du beim Mofa Kauf beachten solltest

4. Wenn die Kurbelwelle Geräusche macht, die du nicht zuordnen kannst

Ein tieferes Rasseln, ein unregelmässiges Klacken oder ein seitliches Spiel an der Kurbelwelle deines Puch Maxi Mofas sind Hinweise darauf, dass etwas im Inneren nicht mehr stimmt. Solche Geräusche lassen sich am eingebauten Motor nur schwer lokalisieren, weil Rahmen, Puch Maxi Auspuff und Nebenaggregate den Klang verfälschen.

Draussen auf der Werkbank erkennst du einfacher:

  • ob die Kurbelwelle Spiel hat
  • ob ein Lager rau läuft
  • ob die Kupplungsglocke am Gehäuse oder am Träger schleift
  • ob die Kurbelgehäusehälften plan sitzen

Das bringt Klarheit – und verhindert, dass du dich ewig an Symptomen statt an der Ursache abarbeitest.

Kurbelwelle Akoa Puch E50 «standard»

5. Wenn du sowieso grössere Umbauten planst

Neue Kurbelwelle, Überarbeitung des Gehäuses, allgemeine Revision oder ein Umbau – all diese Arbeiten setzen voraus, dass du den 2-Takter deines Puch Maxis aus dem Rahmen ausbaust. Und wenn er einmal draussen ist, kannst du gleich alle neuralgischen Stellen mit Ruhe und Licht prüfen.

Was du vor dem Ausbau des E50 2-Takters deines Puch Maxi Töfflis bereitlegen solltest

Bevor du die ersten Schrauben löst, leg dir das Werkzeug bereit, das du für den Motorausbau an deinem Puch Maxi Mofa wirklich brauchst. So arbeitest du konzentriert und ohne Unterbrechungen. Für den Ausbau brauchst du:

  • Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher
  • 10er und 13er Ring-/Maulschlüssel
  • Ratsche mit passenden Nüssen
  • Spitzzange
  • Handschuhe, Lappen, Bremsenreiniger
  • Eine kleine Box für Schrauben, Splinte und Kleinteile
  • Polradabzieher (M26×1.5 oder M27×1.25, je nach Zündung): Benötigst du nur, wenn du später das Polrad, die Zündgrundplatte oder die Simmerringe auf der Zündungsseite ausbauen oder prüfen willst. Für den Motorausbau selbst ist der Abzieher nicht zwingend erforderlich.
  • Kupplungsabzieher (E50), nur falls du die Fliehkraftkupplung öffnen, Beläge prüfen oder Bauteile der Kupplung ersetzen möchtest; ebenfalls nicht nötig für den reinen Ausbau.

Damit hast du alles, was du für den Ausbau und für die anschliessenden Standardarbeiten am ausgebauten Motor benötigst. Weil der Hauptständer beim Lösen der Motorhaltebolzen nicht mehr zuverlässig trägt, stützt du dein Puch Töffli am besten mit einem stabilen Holzklotz oder einem dicken Brett ab. Falls du einen Montageständer besitzt, kannst du den natürlich verwenden – er macht es bequemer, ist aber keine Voraussetzung.

Wenn dein Töffli stabil steht und das Werkzeug griffbereit liegt, kannst du direkt mit dem eigentlichen Ausbau beginnen.

Jetzt geht’s los: So baust du den E50 Motor Schritt für Schritt aus deinem Maxi Töffli aus

Wenn dein Werkzeug bereitliegt und dein Mofa stabil steht, startest du Schritt für Schritt. Der Ausbau wirkt auf den ersten Blick umfangreich, aber du machst immer nur eine Aktion nach der anderen. So behältst du die Ruhe und vermeidest unnötigen Stress.

Puch Maxi Motorausbau 2

1. Benzinhahn schliessen und Schlauch abziehen

Dreh vor dem Ausbauen zuerst den Benzinhahn deines Puch Mofas zu. Danach ziehst du den Benzinschlauch am Vergaser ab und stellst ein kleines Gefäss darunter. In der Leitung bleibt meist ein Rest Gemisch, der so sauber aufgefangen wird. Wenn der Schlauch hart oder spröde ist, löst du ihn am besten durch leichtes Verdrehen. So vermeidest du, dass er direkt am Stutzen einreisst. Hebeln oder daran ziehen bringt hier nichts ausser Ärger.

Warum dieser Schritt wichtig ist: Ein beschädigter Schlauch oder ein undichter Anschluss sorgt später für Falschluft oder Tropfen am warmen Auspuff — beides echte Problemquellen.

2. Vergaser abnehmen

Jetzt hängst du den Gaszug und den Choke aus. Nimm den Luftfilter ab, damit du freie Sicht und genügend Platz hast. Beim Puch Maxi Töffli findest du in der Regel einen 12/12 Bing-Vergaser. Halte den Vergaser möglichst nah am Stutzen, drehe ihn leicht hin und her und ziehe ihn dann gerade ab. Nicht verkanten, nicht am Düsenstock ziehen und auch nicht mit Schraubendrehern dazwischenhebeln.

Vergaser Bing 12:12mm original, 1/12/297

Warum das wichtig ist: Sobald der Ansaugstutzen oder die Gummimuffe beschädigt sind, kämpfst du später mit Nebenluft oder schlecht laufendem Motor.

3. Auspuff lösen – vorne und hinten

Der Auspuff ist zweifach befestigt. Vorne am Zylinder-Auslass hast du entweder eine Krümmermutter oder einen Flansch mit zwei M6-Muttern. Hinten sitzt je nach Modell eine Halterung oder Schelle am Rahmen.

Zuerst löst du die Befestigung am Auslass. Wenn die Krümmermutter fest sitzt, hilft etwas Rostlöser und eine Minute Geduld. Erst danach löst du die hintere Halterung und ziehst den Auspuff gerade nach hinten ab. Viele machen hier den Fehler, den Auspuff seitlich wegzudrücken. Das führt zu verbogenen Krümmern oder einem Riss am Auslassstutzen. Gerade abziehen ist die sichere Variante.

Puch E50 Auspuff

4. Kette entspannen und abnehmen

Bevor du die Motorbolzen löst, muss die Kette runter. Wenn du ein Kettenschloss hast, öffnest du dieses. Falls nicht, entspannst du die Kette am Hinterrad über die Kettenspanner.

Danach nimmst du die Kette erst am Hinterrad ab und ziehst sie anschliessend vom Ritzel. Die Mofa-Kette deines Puch Maxi Töfflis hat üblicherweise Teilung 415 und ist oft stark geölt. Ein Lappen in Griffnähe ist hier praktisch. Warum dieser Schritt wichtig ist: Eine gespannte Kette blockiert den Motor beim Absenken und kann Ritzel oder Kurbelwellenende beschädigen.

5. Elektrik trennen

Der Stecker der Zündung sitzt links oben am Motorgehäuse, dort, wo das Kabel aus der Zündgrundplatte kommt. Wisch die Stelle kurz sauber, damit du siehst, wie der Stecker sitzt.

Mach ein Foto aus zwei Winkeln. Bei deinem Maxi Töffli gibt es verschiedene Steckerformen, teilweise mit drei, vier, fünf oder sogar sechs Adern. Das Foto zeigt dir später nicht nur die Farben, sondern auch die Einstecktiefe und die Lage des Massekabels. Zieh den Stecker immer am Kunststoffgehäuse ab, nie an den Kabeln. Alte Litzen brechen schnell. Prüfe dabei gleich, ob die Kabel spröde, brüchig oder oxidiert sind.

Vergiss das Massekabel nicht. Es sitzt je nach Modell am Rahmen oder direkt am Motorgehäuse. Wenn das Massekabel fehlt oder schlecht Kontakt hat, kann die Zündung komplett ausfallen oder sehr unzuverlässig werden.

Puch E50 Motor Elektrik

6. Motorhaltebolzen lösen

Die beiden Motorhaltebolzen fixieren den 2-Takter im Rahmen. Um sie leicht herauszubekommen, entlastest du den Motor leicht von unten, entweder mit einer Hand oder mit einem kleinen Holzstück. Dann löst du die Muttern und ziehst die Bolzen gerade heraus. Wenn ein Bolzen klemmt, hilft ein leichter Schlag mit dem Gummihammer. Metall-auf-Metall solltest du vermeiden, um die Gewindeenden nicht zu beschädigen.

Viele Töfflimeitli und Töfflibuebe drücken hier zu stark von einer Seite. Dadurch verkeilt sich der Bolzen. Gleichmässige, kurze Bewegungen funktionieren besser.

7. Motor ablassen und herausnehmen

Jetzt ist der Motor frei. Heb ihn leicht an, damit er nicht am Rahmen scheuert, und führe ihn dann kontrolliert seitlich aus dem Mofa heraus. Er ist nicht schwer, aber kompakt und an manchen Stellen kantig.

Leg den Motor auf ein weiches Tuch, einen Karton oder ein Holzbrett ab. Harte Unterlagen verursachen schnell kleine Schrammen an Dichtflächen oder Stehbolzen — und genau solche Kleinigkeiten führen später zu Undichtigkeiten oder Montageproblemen.

Puch E50 Motor Einbau

Good Job! Ausbau erledigt

Wenn der Motor neben dir auf der Werkbank liegt, merkst du sofort, wie viel ruhiger und übersichtlicher das Schrauben plötzlich wird. Keine knappen Winkel mehr, keine verdrehten Hände zwischen Rahmen und Auspuff, keine versteckten Schrauben, die dich zur Verzweiflung treiben. Du siehst alles klar vor dir und kannst den E50 so drehen, wie du ihn brauchst. Genau das bringt dir der Ausbau: Platz, Licht und die Kontrolle, die man am eingebauten Motor nie richtig hat.

Viele Töfflimeitli und Töfflibuebe haben Respekt vor diesem Schritt – und vielleicht hattest du ihn auch. Aber jetzt steht dein Puch Maxi Mofa da, der Motor ist sauber draussen, und du hast es selbst gemacht. Das ist ein Moment, auf den du stolz sein kannst. Denn wer seinen Hobel so zerlegt, lernt ihn richtig kennen und versteht später viel besser, warum er läuft, wie er läuft.

Nimm dir jetzt die Zeit, die du brauchst. Arbeite in deinem Tempo, prüfe in Ruhe und geh die nächsten Schritte so an, wie es dir passt. Dein Maxi Töffli dankt dir jede Minute, die du ihm jetzt gönnst. Und wenn du den Motor später wieder einbaust und er beim ersten Kick sauber anspringt, weisst du genau, was dahintersteckt: dein eigener Einsatz und das gute Gefühl, etwas wirklich selbst geschafft zu haben.

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