Töffli Rahmen wechseln

3 Juni 2026

Rechtliche Fragen und Anleitung für die Demontage

Ein Riss am Steuerkopf, ein verzogener Rahmen nach einem Sturz, fortgeschrittener Rost an einer tragenden Stelle – wenn dein Töfflirahmen einen ernsten Schaden hat, stellt sich die Frage: Ist eine Reparatur möglich, oder musst du den Rahmen komplett wechseln? Wie du das herausfindest, was der Rahmenwechsel rechtlich bedeutet und wie du deinen Rahmen ausbaust, stellen wir dir in unserem Beitrag vor. Wenn du vor em Rahmenwechsel stahsch und wüsse wotsch, was zersch chunnt und was besser spöter, findsch du hier de rote Fade: Prüefe, kläre, vorbereite und denn Schritt für Schritt zerlege.

Wann ein Rahmenwechsel an deinem Mofa erforderlich wird

Der offensichtlichste Fall, der den Wechsel des Rahmens an deinem Pony GTX Mofa oder an deinem Piaggio Töffli erforderlich macht, sind sichtbare Strukturschäden am Töfflirahmen. Typische Stellen, an denen sie sichtbar auftreten, sind Risse an Schweissnähten am Sattelrohr-Übergang oder am Steuerkopf. Auch Verformungen der Hauptachse zwischen Lenkkopf und Hinterachsaufnahme nach einem Sturz können deutliche Hinweise auf strukturelle Schäden sein, die den Wechsel erforderlich machen.

Eine andere Ursache, die dich zum Austausch zwingt, ist Materialverlust durch Rost an tragenden Stellen, also etwa am Steuerkopf deines Pony-Hödis, am Tretlagerdom deiner Peugeot Perle, am Sattelrohr deines Puch-Mofas oder an den Aufnahmen für 2-Takt-Motor und Schwinge. Anders als einen sichtbaren Riss kannst du Rost-Materialverlust nicht immer mit blossem Auge einschätzen.  Aufgeblähter Lack über harmlosem Flugrost sieht von der Oberfläche dramatisch aus, während gefährlicher Lochfrass im Rohrinneren unter scheinbar intakter Beschichtung weiterarbeitet. Den tatsächlichen Zustand bekommst du mit dem Klopftest heraus. Du klopfst mit dem Griff eines Schraubenziehers oder einem anderen harten, stumpfen Werkzeug gegen die betroffene Stelle – intaktes Material klingt hell und klar, korrodierte oder ausgedünnte Substanz dumpf. Bei einem dumpfen Klang nimmst du die Stelle genauer unter die Lupe und drückst mit einem dünnen Dorn oder dem Schraubendreher von innen oder von einer zugänglichen Kante her gegen das Material. Gibt das Material unter mässigem Druck nach, ist die Wandstärke an dieser Stelle deutlich reduziert. Wie stark, lässt sich von aussen nicht zuverlässig sagen – an einer tragenden Stelle reicht aber schon der begründete Verdacht, um einen Rahmentausch in Betracht zu ziehen. Stellst du beim Prüfen fest, dass der Rost noch oberflächlich ist und das Material darunter intakt, ist der Rahmenwechsel nicht zwingend. In dem Fall hilft dir unser Beitrag zum Rost am Mofa entfernen und vorbeugen weiter, in dem wir dir zeigen, wie du Roststellen sauber aufarbeitest und dauerhaft schützt.

Liegt einer der beiden Fälle vor, geht es um die Frage: Reparatur oder Tausch? Fachgerecht instand gesetzt wird der Schaden je nach Art durch Heraustrennen und Neuschweissen eines geschädigten Abschnitts, durch Ersatz eines kompletten Rahmenelements oder durch Aufdoppeln und Verstärken einer geschwächten Stelle. Das gehört zu einem Schweisser, der schon Rahmen aus dünnwandigem Material repariert hat, denn diese Schweissarbeiten erfordern einiges an Erfahrung. Bei der Entscheidung zwischen Reparatur oder Tausch solltest du neben dem Zustand deines Mofarahmens auch das Angebot an passenden Ersatzrahmen berücksichtigen. Denn je nach Modell ist es mal leichter und mal fast unmöglich, einen passenden Austauschrahmen zu finden. Hast du dich für den Rahmenwechsel entschieden, dann solltest du ausserdem vor dem Schrauben auch noch einige rechtliche Fragen im Kopf haben. Welche das sind, stellen wir dir im nächsten Abschnitt vor.

Bevor du loslegst – Rahmennummer und Strassenverkehrsamt

Der Rahmen ist bei einem Mofa nicht nur das grösste tragende Teil, er dient auch der Identifikation deines Töfflis. Die Nummer, die in den Rahmen deines Mofas eingeschlagen ist, ist dieselbe, die in deinem Motorfahrradausweis als Fahrzeugangabe steht – beide müssen übereinstimmen. Sobald du einen Rahmen mit einer anderen Nummer einbaust, ist diese Übereinstimmung weg, und aus Sicht der Behörden ist das eine Änderung am Töffli, die du melden musst. Deswegen solltest du vor dem Wechseln zum Strassenverkehrsamt gehen oder dort anfragen. Die unterschiedlichen Wechsel-Varianten aus rechtlicher Sicht stellen wir dir in den folgenden Abschnitten vor. Beachte aber bitte, dass es zu Abweichungen kommen kann. Im Einzelfall ist es immer am sichersten, du setzt dich mit dem Strassenverkehrsamt in Verbindung.

Variante A – Ersatzrahmen mit anderer Nummer

Du verbaust also einen Rahmen, dessen eingeschlagene Nummer nicht mit dem Motorfahrradausweis übereinstimmt. Dann hängt der administrative Ablauf in der Regel davon ab, ob die Herkunft deines Rahmens dokumentiert ist. Bei einem Rahmen aus einem ausgemusterten Mofa, das selbst noch im Fahrzeugausweis steht, kann das Amt den Vorgang als Fahrzeugwechsel abwickeln und deinen Ausweis auf die neue Nummer umstellen – das setzt voraus, dass du die Papiere des Spenderfahrzeugs vorlegen kannst. Bei einem Rahmen ohne Papiere ist der Ablauf nicht immer gleich. Manche Kantone akzeptieren in dem Fall einen formlosen Herkunftsnachweis, andere bestehen auf Vorführung mit Prüfbericht, wieder andere verlangen eine Neueinlösung als Eigenbau.

Variante B – Originalrahmen, restauriert

Behältst du deinen Originalrahmen und arbeitest ihn nur auf, ist das aus rechtlicher Sicht der entspannteste Fall. Die Rahmennummer bleibt dieselbe, dein Mofa bleibt rechtlich dasselbe Fahrzeug. Wichtig ist nur, dass die Nummer nach der Restauration einwandfrei lesbar bleibt – nicht überlackiert, nicht überstrahlt, nicht verschliffen. Sobald du am tragenden Teil aber schweisst oder substanziell instandsetzt, also aufdoppelst oder eine Verstärkung einschweisst, kann auch das als prüfpflichtige Änderung gewertet werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, klärst du das Vorgehen vorab mit dem Strassenverkehrsamt deines Kantons ab.

Schrauber leuchtet auf beispielhafte Nummer auf Töffli-Rahmen

Die Faustregel und die Meldefrist

Bevor du mit dem Projekt loslegst, lohnt sich ein Anruf oder eine kurze Mail beim Strassenverkehrsamt deines Kantons. So bekommst du vorab Klarheit darüber, welche Unterlagen das Amt von dir braucht (alter Ausweis, Herkunftsnachweis des Ersatzrahmens, Typenschein), ob eine Vorführung verlangt wird und wie der Wechsel administrativ behandelt wird – als Änderung am bestehenden Töffli, als Fahrzeugwechsel oder als neue Einlösung.

Auch die Meldefrist solltest du dabei im Blick haben. Änderungen oder Ersetzungen, die deinen Motorfahrradausweis betreffen, meldest du innerhalb von 14 Tagen beim Amt und legst den Ausweis dazu vor. Diese 14 Tage sind allerdings keine Übergangsfrist, in der du mit nicht passender Identifikation auf die Strasse darfst – wenn dein Rahmenwechsel prüf- oder eintragungspflichtig ist, ist die Klärung vor der ersten Fahrt der beste Weg.

Werkzeug und Material

Nachdem die rechtlichen Punkte geklärt sind, geht es endlich an das Zerlegen deiner Perle. Dabei ist aber etwas Planung und Vorbereitung erforderlich. Denn ein Rahmenwechsel ist ein grösseres Projekt, das in der Regel mehrere Wochenenden dauert. Damit du gut durchkommst, haben wir für dich die passende Werkzeugliste zusammengestellt.

Welches Werkzeug brauchst du?

Beim Werkzeug kommst du mit einer soliden Werkstatt-Grundausstattung weit. Ein paar zusätzliche Hilfsmittel machen dir das Rahmenwechseln aber deutlich leichter. Folgende Tools solltest du bereit haben:

Schraubwerkzeug

BGS Digitaler Drehmomentschlüssel (1/2") 40 - 200 Nm

Spezialwerkzeug

  • Hakenschlüssel oder Lenkkopfschlüssel zum Lösen der Konterringe (modellabhängig)
  • Kettentrenner, falls deine Kette kein Schloss hat
  • Lager- und Kupplungsabzieher, falls eine Motorrevision dazukommt
  • Gummihammer und langer Durchschlag

Hilfsmittel

  • Stabiler Werkstatt- oder Montageständer
  • Beschriftete Boxen, Tüten oder Magnetschalen pro Baugruppe
  • Kamera oder Handy für jeden Demontageschritt

Mofa Motorrad Transportständer (Vorderrad), zur fixen Befestigung

Verbrauchsmaterial

  • Rostlöser (lieber die grosse Dose)
  • Lagerfett für Lenkkopf- und Radlager
  • Bremsenreiniger zum Entfetten von Gewinden und Passflächen
  • Klebeband, Kabelbinder, saubere Lappen
  • Montagepaste oder Korrosionsschutz, gezielt nach Materialpaar

Welche Ersatzteile solltest du beim Rahmentausch erneuern?

Ein zerlegter Rahmen ist eine ideale Gelegenheit, Verschleissteile zu ersetzen, denn bei der Rahmendemontage sind viele Stellen ideal zugänglich. Welche Teile davon vorab auf deine Bestellliste gehören und welche du erst nach Befund nachbestellst, hängt von zwei Fragen ab: Wie sicher ist es, dass das Teil beim Ausbau ohnehin draufgeht, und wie zugänglich ist die Position nach der Montage.

Sicher auf die Bestellliste

  • Tankgummis
  • Motorlagergummis bzw. Silentblöcke
  • Lenkkopflager komplett
  • Sicherungsbleche und Splinte (je nach Modell)

Bei diesen Teilen lohnt das Warten nicht. Tankgummis und Motorlagergummis sind nach einigen Jahren im Einsatz fast immer hart oder sogar gerissen. Ersetzt du sie nicht, scheuert dein Tank nach dem Aufbau auf der frischen Beschichtung oder dein Mofa-Lenker vibriert auf deinen Ausfahrten. Das Lenkkopflager ist bei einem demontierten Lenkkopf einfach erreichbar. Eine Extra-Prüfung zu einem späteren Zeitpunkt würde viel Aufwand machen, den du dir jetzt sparen kannst. Sicherungsbleche und Splinte verformen sich beim Rahmenwechsel in den meisten Fällen so, dass sie nicht weiterverwendet werden können. Deswegen solltest du sie bei Bedarf oder im Vorfeld nachbestellen.

Crosslenker 72cm schwarz

Nach Befund beim Ausbau austauschen

  • Schwingenlagerbuchsen
  • Anschlaggummis und Puffer
  • Gummitüllen und Kabeldurchführungen
  • Schrauben an Motoraufnahme und Hinterradachse
  • Bowdenzüge

Ob du diese Teile wechselst, hängt von ihrem Zustand ab. Schwingenlagerbuchsen können trocken oder ausgeschlagen sein, manchmal sind sie aber auch noch nach langen Jahren in einem guten Zustand, so dass du auf den Austausch verzichten kannst. Das gilt auch für Anschlaggummis, Tüllen und die alten Schrauben. Bowden- und Kabelzüge prüfst du beim Aushängen über die ganze Länge – rau laufender Innenzug, ausgefranste Drahtenden oder Knicke in der Hülle sind Gründe, um sie auszutauschen.

Vorbereitung und Tipps zum Rahmentausch

Mit ein paar Tipps und Vorbereitungsmassnahmen machst du dir den Rahmentausch und den späteren Wiederaufbau deutlich leichter. Die wichtigsten haben wir für dich zusammengestellt:

Schrauben und Kleinteile pro Baugruppe sortieren

Beim Rahmentausch und der Demontage der zahlreichen Anbauteile kommt einiges an Schrauben, Hülsen, Gummis und Muttern zusammen. Ohne die geordnet aufzubewahren, verlierst du beim Wiederaufbau leicht die Übersicht. Deswegen solltest du dir vorher ein System überlegen, wie du die demontierten Einzelteile aufbewahrst und ordnest. Bewährt hat sich folgendes System:

Pro Baugruppe legst du eine beschriftete Box oder Tüte an: Lenker, Federgabel, Motor, Auspuff und Räder. Am besten packst du die Schrauben gleich nach der Demontage in die jeweilige Box. Hat eine Baugruppe Schrauben unterschiedlicher Länge an verschiedenen Positionen, schreib auf einen Klebezettel, welche wohin gehört oder steck die Schraube in eine Extra-Tüte mit Beschriftung.

Fotos vor jedem Demontageschritt

Mach Fotos, bevor du etwas zerlegst, und vor jedem Demontageschritt erneut. Wertvoll sind dabei nicht die Übersichten, sondern die Detailaufnahmen zu Verläufen und Reihenfolgen: welche Bowdenzug-Hülle vor dem Lenkkopf entlangführt und welche dahinter, wie der Kabelbaum am Tank verlegt ist und wo er zur Mofa-Beleuchtung abzweigt, in welcher Reihenfolge Distanzhülsen und Bremsanker auf der Hinterachse sitzen, an welcher Position der Motoraufnahme welche Schraube steckt.

Foto von Liste mit Montageschritten und einem Handy mit Foto von Kabellauf

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Demontage des Mofarahmens

Mit deinem System aus Boxen und Fotos im Rücken gehst du jetzt Schritt für Schritt ans Zerlegen. Für einen kompletten Rahmenwechsel hat sich folgende Reihenfolge bewährt: Zuerst kommen Tank, Sattel, Verkleidungen und weitere Anbauteile vom Rahmen. Danach löst du die Elektrik und hängst die Züge aus, soweit sie für die nächsten Baugruppen relevant sind. Anschliessend nimmst du Luftfilter und Vergaser ab, schraubst den Auspuff ab und öffnest oder entfernst die Kette. Danach baust du Hinterrad, Stossdämpfer und Schwinge aus, anschliessend Vorderrad und Motor. Zum Schluss kommen Lenker, Federgabel, Lenkkopflager und die übrigen Kleinteile am Rahmen.

Schritt 1 – Töffli sicher aufstellen

Stell dein Mofa auf den Montageständer und sichere es gegen Wegrollen oder Kippen. Schliess den Benzinhahn und lass den Motor komplett auskühlen, falls du vorher gefahren bist. Prüf vor dem Start, ob dein Töffli auch dann noch stabil steht, wenn später Hinterrad, Schwinge oder Motor ausgebaut sind. Der Schwerpunkt verändert sich während der Demontage deutlich. Am besten nutzt du einen Montageständer, der erleichtert dir das sichere Ausbauen erheblich.

Schritt 2 – Tank entleeren und je nach Bauart ausbauen

Als Erstes kümmerst du dich um den Tank. Zieh den Benzinschlauch am Vergaser ab und leg das Schlauchende in einen geeigneten, benzinfesten Auffangbehälter. Dreh den Benzinhahn auf und stell ihn auf Reserve, damit auch der untere Tankbereich abläuft. Wenn nichts mehr kommt, schliesst du den Hahn wieder. Hat dein Töffli einen aufgesetzten Tank, löst du jetzt die Tankbefestigung und nimmst den Tank ab. Je nach Ausführung sitzt er mit Schrauben oder Laschen am Rahmen.

Bei einem Rahmentank, wie du ihn an einem Puch Maxi Töffli findest, läuft das Entleeren genauso – Schlauch am Vergaser ab, Hahn auf Reserve, ablaufen lassen. Anschliessend schraubst du den Benzinhahn aus und verschliesst die Tanköffnung mit einem Lappen oder Klebeband, damit beim weiteren Schrauben kein Schmutz hineinfällt. Den Tankdeckel oben lässt du offen, damit die Restdämpfe entweichen.

Schritt 3 – Sattel und Sattelstütze entfernen

Als Nächstes steht der Sattel auf der Liste. Lös die Sattelklemmschraube und zieh die Sattelstütze mit einer Drehbewegung nach oben heraus. Geht sie sauber raus, ist der Schritt schnell erledigt. Oft sitzt sie nach Jahren aber deutlich fester. Festsitzende Sattelstützen entstehen meist durch Korrosion, alte Feuchtigkeit im Sattelrohr und verhärtete Fettreste. Hast du beim Rahmenwechsel mit diesem Problem zu tun, dann lass Rostlöser von oben einlaufen und warte ein paar Stunden. Danach versuchst du es erneut mit ruhigen, kräftigen Drehbewegungen.

Mann entfernt Sattel vom Rahmen

Schritt 4 – Verkleidungen, Schutzbleche und Gepäckträger abbauen

Jetzt baust du Seitendeckel, Rahmen-Verkleidungen, Schutzbleche, Gepäckträger und weitere Anbauteile am Rahmen ab. Dadurch wird der Rahmen übersichtlicher, und du kommst später besser an Kabel, Züge, Halter, Radaufnahmen, Schwingenlagerung, Motorbefestigung und Lenkkopf heran.

Achte beim Lösen auf Unterlegscheiben, Distanzscheiben und unterschiedliche Schraubenlängen. Gerade bei Schutzblechen, Gepäckträgern und Haltern sehen mehrere Schrauben oft gleich aus, gehören aber nicht zwingend an dieselbe Position. Leg Schrauben, Scheiben und Halter deshalb direkt in die passende Baugruppen-Tüte.

Schritt 5 – Beleuchtung und Verkabelung abbauen

Wenn du so weit gekommen bist, machst du dich an die Kabel. Davon gibt es bei den meisten Mofas zum Glück nicht zu viele. In der Regel sind nur die Kabel zu Scheinwerfer, Rücklicht und ein paar Steckverbindungen zu lösen. Du demontierst nur die Leitungen, die die Beleuchtung, den Motor, Schalter oder Massepunkte mit dem Rahmen verbinden. Markier die einzelnen Kabel mit klaren Bezeichnungen wie „Scheinwerfer“, „Rücklicht“ oder „Masse Rahmen“. Pauschale Markierungen wie „vorne“ helfen dir später beim Wiederaufbau wenig, weil im vorderen Bereich oft mehrere Leitungen zusammenlaufen.

Schritt 6 – Bowdenzüge lösen

Jetzt nimmst du dir die Züge vor, die beim nächsten Ausbau im Weg wären. Fang mit dem Gaszug an, weil danach der Vergaser abgenommen wird. Öffne am Vergaser den Schieberdeckel, zieh den Schieber heraus und häng den Zug aus. Falls dein Vergaser über einen separaten Starter- oder Chokezug betätigt wird, löst du auch diesen Zug am Vergaser.

Danach geht es an die Bremszüge. Bei der Vorderradbremse hängst du den Bremszug am Bremsarm aus, bevor später Vorderrad oder Federgabel deines Puch-Mofas herauskommen. Dreh zuerst die Einstellschraube zurück, damit der Zug Spiel bekommt. Dann löst du die Klemmschraube am Bremsarm und nimmst den Zug aus der Aufnahme. Hat dein Mofa hinten ebenfalls einen Bremszug, löst du ihn am Bremsarm der Hinterradbremse, bevor du das Hinterrad ausbaust. Bei einer Rücktrittbremse entfällt dieser Schritt; dort kommt die Bremseinheit mit dem Hinterrad heraus.

Hat dein Töffli einen Dekompressionszug, löst du ihn am Betätigungshebel am Zylinderkopf oder am vorgesehenen Hebelmechanismus. Bei Schaltmofas kommen Kupplungs- und Schaltzüge dazu. Auch sie müssen frei sein, bevor Motor oder Lenker ausgebaut werden. Sobald ein Zug frei ist, prüfst du ihn über die ganze Länge. Gebrochene Drähte an den Enden, geknickte Hüllen, gequetschte Stellen oder ein hakelnder Innenzug sind klare Hinweise: Dieser Zug sollte erneuert werden.

Schritt 7 – Luftfilter und Vergaser abnehmen

Wenn Gaszug, Benzinschlauch und ein eventuell vorhandener Chokezug gelöst sind, kannst du den Mofa-Vergaser abnehmen. Vorher nimmst du den Luftfilter ab. Er sitzt je nach Aufbau direkt am Vergaser, im Luftfilterkasten oder in einem Ansauggehäuse hinter einer Abdeckung. Löse die Schelle, Schraube oder den Clip, mit dem der Luftfilter befestigt ist, und leg die Kleinteile zur Baugruppe, damit sie beim Wiederaufbau wieder an derselben Stelle landen.

Swiing Vergaserset 17mm Bing getarnt Puch Maxi E50

Danach nimmst du den Vergaser ab. Löse dafür die Befestigung auf der Motorseite des Vergasers: je nach Aufbau eine Klemmschelle oder eine Flanschverschraubung. Bei einer Klemmbefestigung lockerst du die Schelle und ziehst den Vergaser gerade ab. Bei einer Flanschbefestigung löst du die Schrauben und nimmst den Vergaser samt Dichtung ab. Zerlegt wird er an dieser Stelle nicht.

Arbeite ohne Hebeln an Dichtflächen oder Anschlussstutzen. Beschädigte Dichtungen, verzogene Flansche oder beschädigte Anschlussflächen führen später schnell zu Falschluft. Leg den 2-Takt-Vergaser sauber zur Seite und deck die offene Öffnung mit einem sauberen, möglichst fusselfreien Lappen ab.

Schritt 8 – Auspuff abschrauben

Jetzt schraubst du den Auspuff ab. Vorn ist er je nach Bauart mit Krümmermutter, Überwurfmutter, Flansch, Schelle oder Muttern am Auslass befestigt. Hinten sitzt er meist an einer Halterlasche, Schelle oder Schraubverbindung am Rahmen, an der Schwinge oder am Motorträger. Löse zuerst beide Befestigungen nur leicht. So vermeidest du, dass Materialspannung entsteht, bevor du eine Seite vollständig abschraubst.

Bei festgerosteten Muttern oder Schellen lässt du Rostlöser einwirken, bevor du Kraft drauf gibst. Danach nimmst du den Auspuff vorsichtig nach hinten oder unten ab. Vermeide es, am Krümmer zu hebeln. Dünne Krümmer, Halterlaschen und Flansche verziehen sich schneller, als man denkt. Sitzt der Auspuff später verspannt, dichtet er am Auslass schlechter, klappert oder reisst an der Halterung wieder ein.

Schritt 9 – Kette öffnen oder abnehmen

Bevor Hinterrad oder Motor ausgebaut werden, nimmst du die Antriebskette ab. Sie liegt auf Ritzel und Kettenrad; solange sie montiert ist, hält sie Hinterrad und Motor an dieser Stelle noch zusammen. Such zuerst das Kettenschloss. Du erkennst es am Sicherungsclip auf einer Aussenlasche. Ist die Kette stark verschmutzt, reinigst du den Bereich kurz, bis du das Schloss sicher findest. Schieb den Clip mit einer Zange ab, nimm die Schlosslasche heraus und öffne die Kette. Danach kannst du sie vom Kettenrad und vom Ritzel abnehmen.

Hat die Kette kein Kettenschloss, nutzt du einen Kettentrenner und drückst an einem gut zugänglichen Glied einen Bolzen heraus. Arbeite dabei gerade, damit du die Laschen nicht verbiegst, vor allem wenn du die Kette wiederverwenden willst. Leg die Kette anschliessend in einen Lappen zur Seite. Auch wenn später eine neue draufkommt, ist die alte Kette als Längen- und Teilungsreferenz nützlich. Prüfe dabei gleich, ob einzelne Glieder steif sind, Rollen stark eingelaufen wirken oder die Kette seitlich viel Spiel hat. Dann gehört sie beim Wiederaufbau nicht mehr drauf.

Schritt 10 – Hinterrad ausbauen

Ist die Kette abgenommen und die Hinterradbremse gelöst, kannst du das Hinterrad ausbauen. Lös die Achsmutter und zieh die Achse kontrolliert heraus. Achte dabei auf Distanzhülsen, Unterlegscheiben, Kettenspanner und die Bremsankerplatte. Diese Teile sitzen nicht zufällig an der Achse, sondern bestimmen später die Radposition, die Kettenflucht und den sauberen Sitz der Bremse.

Zieh das Hinterrad aus der Radaufnahme nach hinten heraus. Bei Mofas mit Schwinge ist das die Aufnahme in der Schwinge, bei starren Rahmen sitzt das Rad direkt in den hinteren Ausfallenden des Rahmens. Wenn es klemmt, prüfst du zuerst, ob die Achse wirklich frei ist oder ob Distanzhülse, Bremsankerplatte oder Kettenspanner noch verkanten. Nicht mit Gewalt am Rad reissen – meistens hängt es an einem kleinen Teil, nicht am Rad selbst.

Schritt 11 – Stossdämpfer und Schwinge ausbauen

Hat dein Mofa hinten eine gefederte Schwinge, kommt sie nach dem Hinterrad dran. Ohne eingebautes Hinterrad ist sie deutlich leichter, kann beim Lösen der Stossdämpfer an deinem Puch Mofa oder Piaggio Töffli aber trotzdem nach unten klappen. Halt sie deshalb fest oder stütz sie ab, bevor du die Dämpferschrauben löst. Danach nimmst du die Stossdämpfer oben am Rahmen und unten an der Schwinge ab.

Jetzt löst du die Schwinge an ihrer Lagerung. Je nach Aufbau sitzt dort eine Schwingenachse, ein Lagerbolzen oder eine verschraubte Lageraufnahme. Nimm die Schwinge heraus und leg Scheiben, Buchsen, Distanzstücke und Lagerteile seitenrichtig ab. Gerade an der Schwingenlagerung sehen viele Teile sehr ähnlich aus. Prüf bei dieser Gelegenheit Schwingenlager, Buchsen und Gummis. Sind sie ausgeschlagen, gerissen, stark verhärtet oder zerbröselt, tauschst du sie jetzt. Bei starren Rahmen ohne Hinterradschwinge entfällt dieser Schritt. In diesem Fall prüfst du stattdessen die hintere Radaufnahme am Rahmen auf Risse, Rost, ausgeschlagene Achsaufnahmen und beschädigte Gewinde.

Schritt 12 – Vorderrad ausbauen

Als Nächstes nimmst du das Vorderrad heraus. Schraub die Achsmutter ab und zieh die Achse kontrolliert aus der Gabel. Halte das Rad dabei fest, damit es beim Herausziehen der Achse nicht verkantet. Nimm das Vorderrad samt Bremsankerplatte aus der Gabel. Achshülsen und Distanzscheiben legst du direkt so ab, wie sie ausgebaut wurden.

Schritt 13 – Motor ausbauen

Der Motor kommt erst heraus, wenn Vergaser, Auspuff, Kette, die Kabel vom Motor zur Rahmenverkabelung und die betreffenden Züge gelöst oder abgenommen sind. Der Ausbau selbst ist einer der umfangreichsten Schritte beim Rahmenwechsel, weil Motoraufnahme, Distanzstücke, Gummilager, Kabeldurchführung und Ausbaurichtung je nach Mofa unterschiedlich gelöst sind. Geh hier ruhig und geordnet vor – gerade bei der letzten Befestigung lohnt sich ein zweites Paar Hände.

Zieh das Zündkabel von der Zündkerze oder löse es so, dass es beim Herausnehmen nicht auf Zug kommt. Trenn auch die Kabel vom Motor zur Rahmenverkabelung, falls du das nicht schon bei der Elektrik erledigt hast. Falls der Vergaser trotz Schritt 7 noch am Motor sitzt, nimmst du ihn jetzt vollständig ab.

Die Motorbefestigung kann aus Bolzen, Schrauben, Distanzstücken oder Gummilagern bestehen. Stütz den Motor mit beiden Händen ab oder hol dir ein befreundetes Töfflimeitli oder einen Töfflibuebe als Unterstützung, bevor du die letzte Befestigung herausziehst. Ein Mofa-Motor ist schwer genug, um beim Kippen einen Stecker, einen Motorlagergummi oder eine Dichtfläche zu beschädigen.

Leg den Motor auf einer stabilen, sauberen Unterlage ab und deck Ansaugöffnung, Auslass sowie offene Kabel- oder Schlauchanschlüsse ab. Nutze den freien Zugang, um Motorlagergummis und Aufnahmen zu prüfen. Sind Gummis ausgehärtet, gerissen oder aus ihrer Aufnahme gewandert, tauschst du sie jetzt. Im eingebauten Zustand kommst du dort meist deutlich schlechter hin. Natürlich ist dieser Schritt etwas umfangreicher, als hier dargestellt. Zusätzliche Infos, Tipps und eine Anleitung, die dir auch weiterhelfen, findest du in unserem Journal-Beitrag: So baust du den Motor an deinem Puch Maxi aus.

Schritt 14 – Lenker, Federgabel und Lenkkopflager ausbauen

Wenn Motor und Räder draussen sind, kommt die Front an die Reihe. Die Züge und Leitungen sollten zu diesem Zeitpunkt bereits gelöst sein. Prüfe trotzdem kurz, ob am Lenker noch ein Kabel, Zug oder Schalter hängt, bevor du ihn abnimmst. Danach löst du die Lenkerklemmung und legst den Lenker zur Seite.

Nun öffnest du die obere Befestigung am Lenkkopf. Je nach Bauart sind das Lenkkopfmutter, Einstellmutter, Kontermutter oder Konterring. Halte die Gabel dabei von unten fest, damit sie beim Lösen der letzten Mutter nicht unkontrolliert aus dem Steuerrohr fällt. Danach ziehst du die Federgabel nach unten aus dem Lenkkopf heraus. Möchtest du im Zuge des Rahmenwechsels auch deine Federgabel überholen oder gleich gegen eine andere tauschen, findest du eine ausführliche Anleitung zum Gabelwechsel am Töffli in einem eigenen Journal-Beitrag.

Junger Mann wechselt die Gabel eines Mofas

Bei einigen Mofas sitzen lose Kugeln oder einfache Kugelkäfige im Lenkkopflager. Leg vor dem Herausziehen einen Lappen unter den Steuerkopf, damit dir keine Kugeln über den Werkstattboden rollen. Oben und unten legst du die Lagerteile getrennt ab: Kugeln, Käfige, Konen, Muttern.

Für die reine Demontage können die Lagerschalen zunächst im Steuerrohr bleiben. Wenn der Rahmen gestrahlt oder beschichtet wird, müssen die Lagersitze sauber geschützt werden. Verschlissene Lagerschalen treibst du vor der Rahmenbearbeitung aus. Bleiben Schalen vorübergehend drin, dürfen weder Strahlgut noch Beschichtung auf Laufbahnen, Passflächen oder Gewinde kommen.

Schritt 15 – Letzte Anbauteile entfernen

Zum Schluss schraubst du ab, was noch am Rahmen sitzt: Ständer, Fussrasten, Halter, Kennzeichenhalter, Kabelclips, Gummitüllen, Anschlaggummis, Tankgummis und je nach Bauart Tretlager- oder Pedalteile. Eine Hupenbefestigung kommt nur dazu, wenn dein Töffli eine entsprechende Halterung hat.

Glückwunsch: Demontage erledigt

Damit ist der erste grosse Teil deines Projekts geschafft. Der Rahmen steht frei vor dir, die Anbauteile, Schrauben und Kleinteile liegen sortiert in den beschrifteten Boxen, Tüten und Beuteln. Viele Stunden Arbeit in der Werkstatt liegen hinter dir und du kannst stolz auf dich sein. Wir hoffen, dass dir unsere Anleitung bei deinem Rahmenwechsel geholfen hat. Wir wünschen dir viel Erfolg mit deinem Projekt und freuen uns mit dir, wenn dein Töffli nach dem Rahmentausch wieder in alter Pracht über die Strassen pflügt.

Instagram

Weitere Beiträge

Autres publications

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert